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In Indien k√∂nnen sich Frauen pro Monat jetzt einen ‚ÄěMenstruationstag‚Äú frei nehmen, wenn sie unser starken Menstruationsschmerzen leiden. Grunds√§tzlich eine feine Sache, allerdings sollten Frauen keinesfalls hinnehmen, dass sie regelm√§√üig so leiden, dass sie nicht mehr arbeitsf√§hig sind. Denn Menstruationsschmerzen sind kein Schicksal, das frau hinnehmen muss!

Unwohlsein vor oder w√§hrend der Tage, Kr√§mpfe im Unterleib, Kopfschmerzen, √úbelkeit, Kreislaufprobleme‚Ķ die Liste der Menstruationsbeschwerden umfasst 150 verschiedene Symptome. Zu unterscheiden sind dabei Einschr√§nkungen im Wohlbefinden vor der eigentlichen Menstruation, die dem Pr√§menstruellen Syndrom zugerechnet werden oder ‚Äěklassische‚Äú Frauenschmerzen wie Kr√§mpfe bei der Menstruationsblutung.

Wenn Dich Probleme vor oder w√§hrend der Menstruation so stark einschr√§nken,¬† dass Du Dein normales Leben unterbrechen musst, dann ist auf jeden Fall ein Besuch beim Frauenarzt/der Frauen√§rztin angezeigt. Nur Deine Gyn√§kologin/Deine Gyn√§kologe kann ‚Äěnormale‚Äú Regelschmerzen von Erkrankungen wie z.B. Endometriose abgrenzen. Bei Endometriose handelt es sich um gutartige, aber meist schmerzhafte Wucherungen von Geb√§rmutterschleimhaut, die sich auch au√üerhalb der Geb√§rmutter ansiedeln.

Aber auch wenn es sich ‚Äěnur‚Äú um Menstruationsschmerzen handelt, muss und soll man diese nicht hinnehmen. Niemand will jedes Monat tagelang leiden, das ist verlorene Lebenszeit.

Einfache (Haus)Mittel

Den schweren F√§llen werden diese Hausmittel wahrscheinlich nicht die erw√ľnschte Linderung bringen, ein bisschen Selbstf√ľrsorge tut aber immer gut. Bei gelegentlichen oder leichten Regelbeschwerden kommt man damit mitunter aber gut zurecht.

  • W√§rme: Die meisten Frauen empfinden ein warmes Kirschkernkissen oder eine W√§rmflasche auf den krampfenden Bauch als angenehm.
  • Kr√§utertees: Hier helfen besonders Frauenmantel-Tee, Ingwer-Tee oder Schafgarbe.
  • Seit der Antike bekannt bei Frauenproblemen ist der M√∂nchspeffer:¬†Dieser wird ab der 2. Zyklush√§lfte genommen und hilft auch bei unregelm√§√üigem Zyklus, Pr√§menstruellem Syndrom und Menstruationsschmerzen. Du erh√§ltst ihn als Kr√§uterauszug rezeptfrei in der Apotheke.
  • Sanfte Bewegung: Spazieren gehen oder Yoga helfen manchen Frauen, die l√§stige Geb√§rmutterkr√§mpfe zu l√∂sen. Bei sehr starker Blutung empfehle ich dazu eine Menstruationstasse, weil diese auch sehr gro√üe Blutmengen problemlos und sicher aufnehmen kann.
  • Magnesium: Dieses wichtige Spurenelement wirkt entkrampfend und hilft daher auch bei Menstruationskr√§mpfen. Nicht umsonst findet es auch bei vorzeitigen Wehen Anwendung.
Physikalische Geräte

Leidet frau ‚Äěnur‚Äú unter Kr√§mpfen, kann sie auch mit sogenannten Tensger√§ten, wie z.B. dem Produkt ‚ÄěLivia‚Äú gute Erfolge erzielen. Bei Tensger√§ten werden √ľber kleine Elektroden am Bauch elektrische Signale an die Nerven abgegeben und die Schmerzwahrnehmung so blockiert. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie nebenwirkungsfrei und einfach ist, allerdings funktioniert sie nicht bei allen Frauen.

Alternative Therapien

Ich habe bei der Behandlung von Regelschmerzen gute Erfahrungen mit der Mesotherapie gemacht. Dabei injiziere ich winzige Dosierungen von Schmerzmitteln in Haut, ins Mesoderm wo die meisten Schmerzrezeptoren sitzen. Die Dosierung ist so minimal, dass der Körper durch die Medikamente nicht belastet wird, durch die punktgenaue Dosierung an der richtigen Stelle haben sie aber eine große Wirkung. Manche Gynäkologen-Kollegen berichten auch von guten Erfahrungen mit traditioneller chinesischer Medizin (TCM).

Schmerzstillende Medikamente

Die sind sicher keine Dauerlösung, aber im Ernstfall schaffen Medikamente einmal relativ rasch Schmerzfreiheit. Meistens werden gegen Menstruationsschmerzen sogenannte Prostaglandin-Hemmer, wie Ibuprofen oder Acetylsäure verschrieben. Manchen Frauen helfen auch krampflösende Medikamente wie Buscopan oder eine Kombination aus beiden.

Hormone/Hormonspirale gegen Menstruationsbeschwerden

Wenn meine Patientinnen nicht nur unter Regelkr√§mpfen, sondern auch unter weiteren Menstruations-Problemen wie √úbelkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen etc. , bzw. auch unter starken pr√§menstruellen Einschr√§nkungen leiden, dann empfehle ich die Behandlung mit Hormonen, die einen Aufbau der Geb√§rmutterschleimhaut verhindern. Auf diese Weise wird das notwendige monatliche Abbluten der Schleimhaut vermieden. Besonders praktisch ist das nat√ľrlich auch f√ľr Frauen, die sich eine sehr verl√§ssliche Verh√ľtung w√ľnschen.

Die Pille: In Frage kommen daf√ľr Pillen auf Gestagen-Basis. Diese werden ohne Pause t√§glich eingenommen, es kommt zu keiner Blutung. Nachteil: Diese Pille muss sehr regelm√§√üig genommen werden, da man trotz Einnahme einen Eisprung hat, nur der Aufbau der Geb√§rmutterschleimhaut wird verhindert. Bei manchen Frauen f√ľhrt sie zu Hautunreinheiten. ¬†

Die Hormonspirale: Die Hormonspirale wird von Deiner Frauen√§rztin/Deinem Frauenarzt direkt in die Geb√§rmutter eingef√ľhrt und bleibt dort je nach Modell zwischen 3 und 5 Jahren liegen. Au√üer nat√ľrlich, Du willst sie fr√ľher entfernen lassen, das ist jederzeit m√∂glich. Die Hormonspirale gibt minimale Mengen an Gestagen direkt in die Geb√§rmutter ab, wodurch sie nur sehr wenig Einfluss auf den restlichen K√∂rper hat. Diese kontinuierliche Gestagen-Freisetzung verhindert weitgehend den Aufbau der Geb√§rmutter-Schleimhaut. Dadurch kommt es nur zu einer sehr schwachen oder gar keiner Blutung mehr. F√ľr Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden stellt das oft eine richtige Erl√∂sung dar. Zus√§tzlich zu dieser Wirkung f√ľhrt das Gestagen dazu, das der Zervixschleim sehr z√§hfl√ľssig wird, sodass sich Spermien darin kaum fortbewegen k√∂nnen. Die Hormonspirale gilt damit als sicherte Verh√ľtungsform, noch sicherer als eine Eileiter-Unterbindung.

 

Gut zu wissen: Eine monatliche Menstruation ist nicht notwendig!

In Industriel√§ndern gilt eine regelm√§√üige monatliche Menstruation als normal und ‚Äěgesund‚Äú. Untersuchungen an indigenen V√∂lkern zeigen aber, dass es sich bei der Menstruation dort eher um einen Ausnahmefall handelt. Bei frei lebenden V√∂lkern menstruieren Frauen viel seltener, da sie h√§ufiger schwanger sind, l√§nger stillen oder auch l√§ngere Phasen mit wenig Nahrungsangebot erleben, in denen der Eisprung ausf√§llt. Eine monatliche Menstruation ist also eher eine Erscheinung der Industriel√§nder mit geringer Geburtenrate und hohem Nahrungsangebot.

Alternative Monatshygiene gegen Pilz & Co

Juckreiz oder Brennen im Intimbereich w√§hrend der Tage sind h√§ufig nicht eine Begleiterscheinung der Menstruation, sondern k√∂nnen auch eine Reaktion auf Chemikalien-R√ľckst√§nde oder Plastikbestandteile in herk√∂mmlichen Hygiene-Produkten darstellen. Wenn Du unter solchen Problemen leidest, empfehle ich, die Monatshygiene zu wechseln, um zu schauen, ob das eine Verbesserung bringt. Besonders praktisch finde ich den Menstruationsbecher. Aus medizinischen Silikon gefertigt, st√∂rt er das Scheidenmilieu nicht und kann, richtig platziert, gro√üe Mengen Blut aufnehmen. Das macht ihn ideal f√ľr Sport und Situationen, in denen man nicht st√§ndig eine saubere Toilette zur Verf√ľgung hat. Nach Gebrauch wird der Menstruationsbecher nur mit Wasser und Seife gut gereinigt, was ihn auch besonders nachhaltig macht. Tampons aus Biobaumwolle helfen ebenfalls Hautirritationen zu vermeiden. Manche meiner Patientinnen bevorzugen auch spezielle Menstruationsw√§sche aus nat√ľrlichen Materialien, die deutlich mehr Blut als ein gro√üer Tampon aufnehmen kann und anschlie√üend in der Waschmaschine gewaschen wird.

Auch wenn Menstruationsschmerzen in den meisten F√§llen keinen Krankheitswert haben, f√ľhlen sich viele Frauen und M√§dchen jeden Monat regelrecht ausgeknockt davon.¬† Es gibt eine Vielzahl von Ma√ünahmen, um die Menstruation angenehmer, leichter und vor allem schmerzfrei zu machen. Das Gespr√§ch mit Deiner Frauen√§rztin/Deinem Frauenarzt ist der erste Schritt dazu‚Ķ