UnerfĂŒllter Kinderwunsch

Auf einen Blick:

  • Kompletter Fertility-Check fĂŒr die Frau
  • DurchlĂ€ssigkeitsprĂŒfung der Eileiter in der Praxis
  • PCO-Behandlung: Medikamentös, PCO-DiĂ€t, Ovarian Drilling in der Praxis

Unfreiwillige Kinderlosigkeit ist ein hĂ€ufiges Problem, auch in meiner Praxis. Bereits fĂŒr zehn bis fĂŒnfzehn Prozent aller Paare mit Kinderwunsch, bleibt dieser unerfĂŒllt, Tendenz steigend. Die moderne Medizin verfĂŒgt heute aber ĂŒber viele Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, um diesen Paaren doch noch zum ersehnten Nachwuchs zu verhelfen.

Die Ursachen fĂŒr ungewollte Kinderlosigkeit liegen zu 40 Prozent bei der Frau, zu 40 Prozent beim Mann und bei den restlichen 20 Prozent bleiben sie ungeklĂ€rt. Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter des Paares. Bereits ab 26 Jahren sinkt die Fruchtbarkeit der Frau, allerdings werden immer mehr Kinder von MĂŒttern ĂŒber 29 Jahren geboren. Anders als frĂŒher angenommen, ist auch das Alter des potentiellen Kindesvaters von Bedeutung, da auch bei MĂ€nnern die ZeugungsfĂ€higkeit mit den Lebensjahren sinkt.

Der weibliche Zyklus

Der weibliche Zyklus ist ein sehr komplexes Regelspiel, an dem verschiedenste Hormone beteiligt sind, der aber auch durch Ă€ußere Faktoren wie Stress, Krankheiten, Schichtarbeit uvm. beeinflusst wird. Ein Zyklus umfasst den Zeitraum vom ersten Tag der Menstruation bis zum letzten Tag vor der nĂ€chsten Regeblutung und dauert im Idealfall 28 Tage, wobei die ZykluslĂ€nge individuell sehr unterschiedlich sein kann.

GrundsĂ€tzlich lĂ€uft der weibliche Zyklus in zwei Phasen ab. In der ersten Phase reifen mehrere EisblĂ€schen am Eierstock heran. Durch das Östrogen wird die GebĂ€rmutterschleimhaut aufgebaut, um einer sich einnistenden Eizelle perfekte Bedingungen bieten zu können. Das luteinisierende Hormon, kurz LH genannt, fĂŒhrt schließlich zum Platzen des grĂ¶ĂŸten EiblĂ€schens, des sogenannten Graafschen Follikels. Dieser Eisprung markiert den fruchtbarsten Zeitpunkt, allerdings können auch „wartende“ Spermien von den Tagen zuvor, jetzt die Eizelle befruchten. D.h. der Geschlechtsverkehr muss nicht direkt am Eisprung stattfinden, damit eine Schwangerschaft eintritt. Nach dem Eisprung beginnt die zweite Zyklusphase und das leere EiblĂ€schen entwickelt sich zum Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert, das die Schwangerschaft unterstĂŒtzt. Hat eine Befruchtung stattgefunden, beginnt sich die Eizelle immer weiter zu teilen und macht sich durch den Eileiter auf den Weg in die GebĂ€rmutter. Das dauert ca. eine Woche und in dieser Zeit merkt eine Frau noch nicht, dass sie schwanger ist.

Hat keine Befruchtung stattgefunden, bildet sich der Gelbkörper zurĂŒck und 14 Tage nach dem Eisprung beginnt die Menstruationsblutung. WĂ€hrend die erste Phase der Eireifung von Frau zu Frau sehr unterschiedlich lange dauern kann, ist die zweite Phase praktisch bei allen Frauen mit 14 Tagen sehr stabil. Sollte die Gelbkörperphase allerdings weniger als 12 Tage dauern, kann das ein Hinweis auf eine GelbkörperschwĂ€che sein, die den Eintritt einer Schwangerschaft erschwert.

Zyklus- Monitoring

Statistisch gesehen sollten Paare, die regelmĂ€ĂŸig ungeschĂŒtzten Sex miteinander haben, nach vier Monaten guter Hoffnung sein. Sind Mann und Frau Ă€lter als 30 Jahre, kann das etwas lĂ€nger dauern. Sollte aber nach einem Jahr ungeschĂŒtzten Verkehrs keine Schwangerschaft eingetreten sein, empfiehlt sich eine gynĂ€kologische und urologische AbklĂ€rung der Partner.

Der Beginn einer jeden Kinderwunsch-Behandlung bei mir ist ein ausfĂŒhrliches, persönliches GesprĂ€ch. Hier ist ausreichend Zeit, um Lebensgewohnheiten, gesundheitliche Probleme usw. in Ruhe zu besprechen. Hilfreich bei der Analyse von hormonellen Problemen ist das FĂŒhren eines Zyklustagebuchs. Ich empfehle meinen Patientinnen es ĂŒber mindestens drei Zyklen zu fĂŒhren.

Beim Zyklus-Monitoring mittels Ultraschall kann ich den Verlauf des Zyklus optisch sehr gut nachverfolgen. Vom Aufbau der GebĂ€rmutterschleimhaut, der Entwicklung der EiblĂ€schen bis zum Eisprung sind durch das UltraschallgerĂ€t alle VorgĂ€nge sehr gut sichtbar. Daraus lassen sich wertvolle RĂŒckschlĂŒsse ziehen.

Hormon- Monitoring

Ein umfangreicher Hormonstatus aus dem Blut, idealerweise zu verschiedenen Zeitpunkten im Zyklus, vermittelt ebenfalls ein gutes Bild von möglichen Problemen. Neben den klassischen weiblichen Sexualhormonen Östrogen oder Progesteron werden dabei noch viele andere Hormone wie zum Beispiel LH, FSH, Testosteron, SchilddrĂŒsen-Hormone, Prolaktin uvm. analysiert, denn sie alle spielen in den komplexen AblĂ€ufen des weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle. Interessant, vor allem bei Ă€lteren Kinderwunsch-Patientinnen, ist auch das Anti-MĂŒller-Hormon, kurz AMH, das Aufschluss ĂŒber die Eizellenreserve der Frau gibt.

Patientinnen, die eine Schwangerschaft planen, empfehle ich vorab einen umfassenden Fertility Check, um gesundheitlich bestens fĂŒr die anderen UmstĂ€nde vorbereitet zu sein. Der Fertility-Check beinhaltet eine Untersuchung auf hĂ€ufige Infektionen wie zB Chlamydien, einen aktuellen Impfstatus, SchilddrĂŒsenhormone etc.

Manchmal liegt kein hormonelles, sondern ein mechanisches Problem vor, wenn es mit dem Schwanger werden nicht klappt. So können die Eileiter durch Infektionen oder Bauchoperationen verklebt sein und die Eizelle kann sich nicht zur GebĂ€rmutter fortbewegen. In meiner Ordination fĂŒhre ich ambulant eine Eileiter-DurchlĂ€ssigkeitsprĂŒfung durch. Dabei wird ĂŒber einen feinen Katheter Kontrastmittel in die GebĂ€rmutter eingebracht, welches sich dann ĂŒber die Eileiter entleert. Am UltraschallgerĂ€t kann ich so genau mitverfolgen, ob die DurchlĂ€ssigkeit der Eileiter gegeben ist. Diese Methode ist einfach und praktisch risikolos, aber von hohem diagnostischem Wert. Und das Beste daran: Die DurchlĂ€ssigkeitsprĂŒfung hat auch ein therapeutische Funktion. Durch die DurchspĂŒlung ist die Chance schwanger zu werden in den nĂ€chsten Monaten erhöht.

FĂŒnf bis acht Prozent aller Frauen weltweit sind vom polyzystischen Ovarialsyndrom, kurz PCO, betroffen. Neben einer erblichen Veranlagung und dem persönlichen Lebensstil sind die Ursachen fĂŒr diese Erkrankung grĂ¶ĂŸtenteils unbekannt. Bei PCO sehen wir zu hohe Spiegel an mĂ€nnlichen Sexualhormonen, die sich in Akne, Zyklusstörungen und beeintrĂ€chtigter Fruchtbarkeit zeigen.

bei gesunden Frauen. Stattdessen vergrĂ¶ĂŸern sich die EiblĂ€schen zystenartig am Eierstock. Durch den ausbleibenden Eisprung bzw. durch den Eisprung von noch unreifen Eizellen ist keine Schwangerschaft möglich. Die Diagnose PCO wird durch die Zyklusanamnese (Zyklustagebuch!), den Hormonstatus und durch eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke gestellt.

Bei vielen betroffenen Frauen verhilft eine Gewichtsabnahme bereits zu einem normalen Zyklus und damit zur Schwangerschaft.

Bei der Kinderwunschbehandlung infolge des PCO-Syndroms kann mit den Medikamenten Clomifen und medikamentösen FSH die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Eisprung erhöht werden. FĂŒr insulinresistente Patientinnen steht das Medikament Metformin zur VerfĂŒgung.

Eine wirksame Behandlung von PCO-Patientinnen, die auf andere Therapien nicht ansprechen ist die Ovarialstichelung, auch Ovarian Drilling, genannt. Durch mehrere kleine Stiche in den Eierstock, durchgefĂŒhrt mit einer speziellen Nadel, normalisiert sich die Hormonfunktion wieder. Ich fĂŒhre diese Operation tagesklinisch in Vollnarkose laparoskopisch am Bezirkskrankenhaus Kufstein durch. Das Ziehen der NĂ€hte erfolgt dann eine Woche spĂ€ter.

Der Erfolg von Ovarian Drilling hĂ€lt bis zu zwei Jahren an, in dieser Zeit ist die Chance fĂŒr den Eintritt einer Schwangerschaft daher deutlich erhöht.

Inkontinenz ist ein Volksleiden, das die LebensqualitĂ€t der betroffenen Frauen stark einschrĂ€nkt und sich ohne Therapie immer weiter verschlimmert. Aus Scham heraus vermeiden die Betroffenen den Gang zum Arzt/ zur Ärztin. Mehrere nicht-invasive Methoden stehen heute zur Heilung ohne Operation zur VerfĂŒgung– nutzen Sie diese Chance!