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HPV Impfung rettet Leben

Gebärmutterhalskrebs stellt noch immer die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen in Österreich dar! Dabei hat die Medizin gegen diese Krebsart eine wirkungsvolle Waffe in der Hand: Die HPV-Imfpung. Durch diese Impfung ließen sich 300 tote Frauen in Österreich pro Jahr verhindern!

Auf einen Blick:

  • HPV Impfung schützt vor Gebärmutterhals-, Scheiden-, Vulva- und Analkrebs, bei Männern vor Peniskarzinom, sowie vor Feigwarzen (Genitalwarzen).
  • Die HPV-Impfung ist auch für Erwachsene sinnvoll. Selbst bei erfolgter HPV-Infektion entfaltet sie noch Schutzwirkung. Nach Gebärmutterhalskrebs-Operationen senkt sie die Rezidivwahrscheinlichkeit um 70 Prozent.
  • Einmal jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung schützt Leben!

Schleichende Gefahr

Gebärmutterhalskrebs ist heimtückisch. Lange Zeit bleibt er symptomlos, aber wenn er beginnt Symptome zu zeigen, ist es bereits fünf vor zwölf. Bei Gebärmutterhalskrebs handelt es sich nicht um einen  „Alterskrebs“, es erkranken eher jüngere Frauen.

Symptome von Gebärmutterhalskrebs können Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, nach dem Radfahren oder dem Stuhlgang sein. Diese können aber auch ganz harmlose Ursachen haben. Trotzdem sollte bei diesen Anzeichen sehr zeitnah der/die GynäkologIn aufgesucht werden. Denn im Unterschied zu anderen Krebserkrankungen gibt es bei Gebärmutterhalskrebs eine wirkungsvolle Früherkennung. Durch den jährlichen PAP-Test, auch „Abstrich“ genannt, kann Gebärmutterhals schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt erkannt werden. Beim Abstrich entnimmt der Frauenarzt/die Frauenärztin mit einem kleinen Bürstchen Zellen vom Gebärmutterhals. Dieses Bürstchen wird dann zur Auswertung ins Labor geschickt.

Wenn der Gynäkologe/die Gynäkologin anruft…

kann das zwei Gründe haben. Entweder war der Abstrich nicht auszuwerten, was sehr selten passiert. Oder es wurden im Labor veränderte Zellen, sogenannte Krebsvorstufen, erkannt, die eine weitere Abklärung notwendig machen. Die Ausprägung der im Labor entdeckten Zellveränderung bestimmt den weiteren Therapieverlauf.  Bei geringfügigen Zellveränderungen passiert erst einmal gar nichts, außer dass die Patientin engmaschig jede drei Monate mittels PAP-Test kontrolliert wird. Bei vielen Frauen nehmen die Zellveränderungen wieder ab und der Befund normalisiert sich. Bei starker Zellveränderung ist eine Operation des Gebärmutterhalses eine sogenannte „Konisation“ meist unumgänglich.  Es handelt sich dabei um eine einfache Operation, bei der das veränderte Gewebe in Form eines Kegels entfernt wird. So viel wie nötig, so wenig wie möglich ist dabei der Grundsatz. Je früher die Krebsvorstufe erkannt wurde, desto weniger Gewebe muss entfernt werden.  Auch nach einer Konisation können Frauen noch normal schwanger werden und Kinder gebären, allerdings ist die Frühgeburtlichkeit etwas erhöht. Je weniger Gewebe entfernt werden musste, desto geringer die Gefahr einer Frühgeburt.

Sollte beim PAP-Test eine bereits manifeste Krebserkrankung festgestellt werden, sieht es allerdings dramatischer aus. Ein Zervixkarzinom kann die Entfernung der gesamten Gebärmutter, eine Bestrahlungsbehandlung und eine Chemo-Therapie notwendig machen. Bei einer regelmäßigen gynäkologischen Untersuchung pro Jahr ist damit aber nicht zu rechnen.

Wie kommt es zu Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs ist die Folge einer Infektion mit Human Papilloma Viren, kurz HPV. Leider sind HPV Viren hochansteckend, nicht einmal ein Kondom kann zuverlässig davor schützen. So ist der Großteil aller sexuell aktiven Menschen HPV-positiv. Unter den rund zwanzig verschiedenen HPV-Viren gibt es aber zwei, die ein besonders hohes Risiko bergen, Gebärmutterhalskrebs zu verursachen. Neben dem Cervix-Karzinom lösen HPV-Viren aber auch noch andere Erkrankungen aus, wie z.B. äußerst unangenehme Genitalwarzen (Feigwarzen). Die Warzen können bei infizierten Männern genauso auftreten wie bei Frauen. Neben Gebärmutterhalskrebs können HPV-Viren auch noch Rachen-, Kehlkopf- oder Analkrebs auslösen, bei Männern auch Peniskarzinom.

In den allermeisten Fällen reagiert das menschliche Immunsystem allerdings richtig auf die eindringenden HPV-Viren und bildet wirkungsvolle Antikörper, die das Virus bekämpfen. Darum wartet man in vielen Fällen bei einem veränderten PAP-Befund einmal ab, ob das Immunsystem seine Arbeit richtig leistet und sich der Körper selbst hilft. Außerdem wird getestet, ob Hochrisikokeime vorliegen. Dadurch kann der behandelnde Gynäkologe/ die behandelnde Gynäkologin die Gefahr einer ernsten Erkrankung besser einschätzen.

Wie kann eine Impfung von Gebärmutterhalskrebs schützen?

Mit der HPV-Impfung steht zum zweiten Mal (neben der Hepatitis-Impfung gegen Leberkrebs) eine echte Impfung gegen eine Krebsart zur Verfügung. Die HPV-Impfung macht unser Immunsystem „scharf“ gegen eindringende HPV-Viren. Durch die Impfung werden schon vor einer Infektion vom Immunsystem die richtigen Antikörper gebildet, die HPV Viren haben dadurch kaum Chance Schaden anzurichten.

Die HPV-Impfung besteht aus drei Teilimpfungen, die vom Frauenarzt/der Frauenärztin in vorgegebenem Zeitabstand verabreicht werden. Erst nach der dritten Teilimpfung besteht voller Schutz. Mittlerweile ist die HPV-Impfung Teil des österreichischen Impfprogramms für Kinder.

Hat man früher gedacht, dass die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt stattfinden muss, hat sich mittlerweile in verschiedenen Studien gezeigt, dass auch Erwachsene von der HPV-Impfung profitieren. Selbst bei Frauen, die schon einmal wegen (drohendem) Gebärmutterhalskrebs operiert werden mussten, senkt die nachträglich verabreichte HPV-Impfung die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkehrt, um 70 Prozent. Neben dem Zervixkarzinom schützt die HPV-Impfung aber noch vor Feigwarzen und anderen Krebsarten, die durch HPV-Viren ausgelöst werden. Ein kleiner Pieks mit großer Wirkung!

PAP 0: Keine Beurteilung möglich, das kann passieren, wenn die Patientin z.B. noch eine Blutung hatte. Maßnahmen: Wiederholung des Abstriches.

PAP I: Normales Zellbild. Maßnahmen: Kontrolle in einem Jahr reicht!

PAP II: Harmlose HPV assoziierte Veränderung. Maßnahmen: Kontrolle in 6 Monaten bis einem Jahr reicht.

PAP III + III D: Stärker ausgeprägte Zellveränderung. Maßnahmen: Wiederholung des Abstrichs bzw. engmaschige Kontrolle, genaue Untersuchung des Gebärmutterhalses per Koloskopie, Vaginal-Ultraschall, HPV-Test, um festzustellen ob Hochrisiko-Keime nachweisbar sind, ev. Biopsie

PAP IIIG: Auffällige Zellveränderung. Maßnahmen: dringende weitere Abklärung erforderlich

PAP IV a: Mäßige bis schwere Neoplasien (Zellveränderungen), Hinweis auf ein begrenztes Karzinom. Maßnahmen: Untersuchung mit Biopsie (Gewebeentnahme), Konisation, HPV-Impfung, regelmäßige Kontrollen nach der Operation

PAP IV b: Schwere Neoplasien, Hinweis auf ein sich ausbreitendes Karzinom. Maßnahmen: Untersuchung mit Biopsie (Gewebeentnahme), Konisation, HPV-Impfung, regelmäßige Kontrollen nach der Operation

PAP V: Krebszellen vom Gebärmutterhals. Maßnahmen: Sofortige Operation