• by agentur13
  • 16. Oktober 2019
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Gesünder und umweltfreundlicher: Nachhaltige Menstruationshygiene

Immer wieder klagen Patientinnen während der Menstruation über eine gestörte Vaginalflora bis hin zu Juckreiz oder Brennen. Nicht immer stehen diese Störungen im direkten Zusammenhang mit der Periode, manchmal ist auch die Monatshygiene daran schuld…

Herkömmliche Binden und Tampons: Kunststoffe, Chemikalien, Müll

Eine Damenbinde besteht überwiegend aus Kunststoff, im Kern auch aus Baumwolle. Tampons bestehen aus Zellwolle bzw. Viskose, also auch aus Kunstfasern, oft mit Baumwolle gemischt. Zum leichteren Einführen sind Tampons häufig noch mit einer Kunststoffschicht überzogen.  Die verwendeten Materialien können genmanipuliert sein und Rückstände von Pestiziden wie Glyphosat enthalten. Darüber hinaus kann es auch noch Rückstände von Chemikalien geben, die zum Bleichen der Baumwolle verwendet wurden. Manche Frauen reagieren auf diese Rückstände mit körperlichen Symptomen wie einer veränderten Scheidenflora, halten das aber über menstruationsbedingte Beschwerden.

Ungefähr vierzig Jahre lange menstruiert eine Frau in ihrem Leben. Geht man von einer durchschnittlichen Regeldauer von fünf Tagen aus, ergibt das 2.400 Tage bzw. 6,5 Jahre, die wir uns mit der Blutung beschäftigen. Das geht auch ins Geld.  Eine britische Umfrage hat ergeben, dass eine Frau im Laufe ihres Lebens umgerechnet 20 000 Euro für ihre Monatsregel ausgibt, das meiste davon für Monatshygiene. (Weitere Kosten wie Schmerzmittel z.B. wurden ebenfalls abgefragt.) Ein Teil der monatlichen Kosten fließt übrigens über die Umsatzsteuer an den Staat! In Österreich beträgt der reguläre Steuersatz 20 Prozent, für weibliche Hygieneprodukte gibt es weder eine Befreiung noch einen gesenkten Steuersatz.

Abseits von der gesundheitlichen Problematik belastet herkömmliche Monatshygiene nicht nur unsere Gesundheit und Geldbörse, sondern auch die Umwelt. Müll, Chemikalien, Energieverbrauch bei der Produktion und beim Transport … geht das auch anders?

Die Alternativen:

Menstruationstassen sind wunderbare Produkte:

Sie beeinflussen die Scheidenflora nicht, sind hygienisch, günstig und nachhaltig. Bei Menstruationstassen handelt es sich um kleine Tassen oder Becher  aus medizinischem Silikon. Zum Einführen werden sie zusammengefaltet und dann so in der Scheide platziert, dass man sie nicht spürt. Der beim Einführen entstandene Unterdruck hält die Tasse an Ort und Stelle, wo sie bis zu zwölf Stunden belassen werden kann.  Meist gibt es sie in mehreren Größen. Welche Größe die richtige ist,  hängt von der Stärke der Blutung, dem Alter, der Statur ab und natürlich davon ob eine Frau schon vaginal entbunden hat  oder nicht. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Es gibt keine perfekte Größe. Die Menstruationstasse darf nicht spürbar sein und muss das Blut zuverlässig auffangen. Bei Fragen, wie man die Menstruationstasse richtig platziert oder welche Größe man wählen soll, stehe ich gerne zur Verfügung.

Je nach Größe fasst eine Menstruationstasse bis zu 30 ml Blut. Beim Wechseln wird das Blut einfach in die Toilette entleert. Zu Beginn und am Ende der Menstruation sollte die Tasse in kochendem Wasser desinfiziert werden. Übrigens: Die Sicherheit von Menstruationstassen ist durch mehrere medizinische Studien belegt.

Gar nicht von gestern: Stoffbinden und Stoffslipeinlagen.

Moderne Stoffbinden haben nichts mit den seltsam – unbequemen Konstrukten unserer Omas tun. Es gibt sie in allen Größen, Farben und Stärken, auch für die Verwendung bei Wochenfluss. Sie bestehen aus weichem  Biobaumwollstoff und werden per Druckknopf an den Flügeln fixiert. Für stärkere Tage gibt es auch Modelle mit einer dünnen, atmungsaktiven Schicht aus PUL, einem mit Polyurethan beschichtetem Stoff.  Stoffbinden sollten nach dem Gebrauch wenn möglich kurz mit kaltem Wasser ausgespült werden, dann reicht Maschinenwäsche bei 60 Grad Celsius. Aber Achtung, am besten ein Bio – Waschmittel verwenden.

Wiederverwendbare Tampons aus Biobaumwolle:

Sie bestehen aus einem Stoffstreifen aus nicht chlorgebleichter Baumwolle mit Faden, der vor Gebrauch aufgewickelt wird. Für unterwegs gibt es zur Aufbewahrung gebrauchter Binden oder Tampons ein „Wetbag“. Ein wasserdichtes Säckchen, dass keine Flüssigkeit oder Gerüche nach außen lässt.

Einweg – Biotampons und Biobinden:

Keine Sorge, wer mit Tamponaufwickeln und Wetbag  Probleme hat, kann auf Einweg – Biotampons und – Binden zurückgreifen. Biotampons oder -binden sind frei von Viskose, Plastik, Superabsorbern, synthetischen Inhalts- und Duftstoffe sowie von Rückständen aus Chlorbleiche. All das macht sie ideal für Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen.

Menstruationsunterwäsche: Die Alleskönner

Der Menstruationsslip verfügt im Schrittbereich, je nach Hersteller, über mehrere Lagen: Eine, die das Blut vom Körper weg in die nächste, stark saugende Schicht leitet und eine feuchtigkeitsundurchlässige Schicht. Das im Stoff enthaltende Silberchlorid wirkt keimtötend. Diese Wirkung hält ca. zwei Jahre lang. Ein „Period Slip“ hat die Saugkraft von bis zu drei durchschnittlichen Tampons. Nach dem Tragen soll er bei 40 Grad Celsius in die Waschmaschine.

Bezugsquellen:

Einweg Biotampons und Biobinden:

Große Auswahl: https://www.erdbeerwoche.com
Drogeriemarkt dm

Menstruationswäsche

https://www.shethinx.com
https://ooshi-berlin.de
https://www.femtis.de

Biowaschmittel für Stoffbinden und co:

www.windelparadies.at Ulrich Natürlich Waschmittel Wolle/Seide/Felle für Kindertextilien