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Die Kinder sind aus dem Haus und man hätte wieder mehr Zeit als Paar… doch im Ehebett läuft nur der Fernseher? Manchmal muss man sich einfach als Paar wieder neu finden, manchmal führt aber auch der Wechsel der Frau zur Flaute im Liebesleben. So können Scheidentrockenheit und Orgasmusprobleme echte Spaßbremsen sein.  Um hier Abhilfe zu schaffen, muss man nicht unbedingt zu Hormonen greifen, auch die gynäkologische Lasertherapie oder Eigenblut-Behandlungen bringen wieder Pepp ins Schlafzimmer…ohne negative Nebenwirkungen.

Während der Wechseljahre und auch nachher nimmt die Östrogenproduktion in den Eierstöcken ständig ab. Das ist ein normaler Prozess, der allerdings mit teilweise unangenehmen Nebenwirkungen einher geht. So führt die verminderte Östrogenproduktion dazu, dass die Vaginalschleimhaut insgesamt dünner und weniger gut durchblutet wird. Die Scheide ist weniger feucht, was sie empfindlicher für Keime sowie mechanische Reize macht und der Freude am Geschlechtsverkehr nicht wirklich zuträglich ist. Ein Teil meiner Patientinnen kommen in dieser Phase mit Pflegecremen wie z.B.: Deumavan® gut zurecht, für manche ist das aber einfach zu wenig…

Lasertherapie gegen trockene Scheide

Viele meiner Patientinnen wünschen in diesem Fall aber keine Hormontherapie, sondern suchen nach Alternativen. Mit der Lasertherapie kann ich ihnen heute eine wirksame, praktisch nebenwirkungsfreie Methode zur Scheidenverjüngung anbieten.

 

Was bewirkt die gynäkologische Laser-Therapie?

Die Laserbehandlung setzt an der Ursache des Problems an, nämlich am dünner werden der Vaginalschleimhaut durch den Abbau der Kollagenfasern. Der Laser stellt einen Reiz für das  Scheidengewebe dar und bewirkt, dass Regenerationsprozesse in Gang gesetzt werden. So werden in den Wochen nach der Behandlung vermehrt neue Kollagenfasern gebildet. Da Kollegen Feuchtigkeit speichert, wird dadurch die Vaginalschleimhaut besser befeuchtet und elastischer. Die natürlichen Milchsäurebakterien finden ein besseres Klima vor und können die Scheide vermehrt besiedeln, was sie robuster gegen Keime und Pilze macht. Durch den Aufbau neuer Kollegenfasern kommt es auch zu einer dezenten Stabilisierung der Harnröhre. Die Verbesserung einer leichten Harninkontinenz ist hier ein positiver Nebeneffekt.

Wie läuft eine gynäkologische Laser-Behandlung ab?

Für einen nachhaltigen Erfolg benötigen die meisten Frauen drei Laserbehandlungen. Die Laserbehandlung selbst ist praktisch schmerzfrei, es wird keine lokale Betäubung benötigt. Auf Wunsch können wir den Scheideneingang aber mit einer Anästhesiecreme behandeln.  Anschließend wird ein stabförmiges Handstück für ca. 25 Minuten eingeführt. Hier gibt der Laser Licht und Wärme an das Gewebe ab, wodurch die Regeneration ausgelöst wird.  Nach wenigen Minuten ist die Behandlung vorbei und Du kannst Dein normales Leben wieder aufnehmen. Möglicherweise kommt es zu leichten Rötungen oder Schwellungen im Vaginalbereich, darum solltest Du mit Sex noch drei Tage warten.

Der O-Shot für bessere Orgasmen

Eine weitere Behandlungsform gegen vaginale Trockenheit und für eine bessere Durchblutung und damit auch für ein intensiveres Erleben des Orgasmus ist der O-Shot . Hinter dem Begriff „O-Shot“, also „Orgasmus-Shot“ verbirgt sich eine Injektion mit aufbereiteten Eigenblut, sogenannten PRP (Platelet Rich Plasma) in die Region der Klitoris. Das aufbereitete Eigenblut führt durch die zahlreich enthaltenen Stammzellen und Wachstumsfaktoren zu einer Zellerneuerung und zu einer verbesserten Durchblutung im Vaginalbereich.

Keine Sorge: Vor der PRP-Injektion wird der Intimbereich mit einer Anästhesiecreme und einer lokalen Betäubung schmerzunempfindlich gemacht.  Nach der Behandlung kannst Du Dein normales Leben sofort wieder aufnehmen.

Bioidente Hormontherapie

Wenn Du eine Hormontherapie gegen Deine Wechselbeschwerden nicht grundsätzlich ablehnst besteht auch noch die Möglichkeit viele Symptome mit bioidenten Hormonen zu behandeln und so zu mehr Lebensqualität und einer höheren sexuellen Zufriedenheit zu gelangen.

Bioidente bzw. naturidente Hormone basieren auf der Yamswurzel und können sehr niedrig dosiert werden. Sie werden vor allem über Hautcremen und -gele verabreicht, ohne die Leber zu belasten. Thrombosegefahr wie bei Einnahme der Pille besteht nicht. Die Basis jeder Hormonbehandlung ist ein ausführlicher Hormonstatus. Die fehlenden Hormone werden in kleinen Schritten ersetzt, bis das persönliche Wohlfühlen erreicht ist. Studien zeigen, dass Frauen die eine Hormonersatztherapie erhalten, genauso lange leben wie Frauen, die keine bekommen, allerdings beurteilen die behandelten Frauen ihre Lebensqualität  als besser.

Ob mit oder ohne Hormone, in der modernen Gynäkologie stehen heute viele Therapien zur Verfügung, damit Frauen auch während und nach dem Wechsel ihr (Sexual) Leben in vollen Zügen genießen können.