Scheidentrockenheit behandeln – sanft, wirksam, individuell
Brennen, Jucken, Schmerzen beim Sex, wiederkehrende Reizungen oder ein wundes Gefühl im Alltag: Scheidentrockenheit ist häufig – und gut behandelbar. In meiner Praxis kombiniere ich bewährte Medizin mit modernen, regenerativen Verfahren, damit die Schleimhaut wieder befeuchtet, elastisch und belastbar wird.
Warum es trocken wird
Durch sinkende Östrogenspiegel in der oder Peri- oder Postmenopause, nach einer Geburt, während oder nach der Stillzeit oder bei Antihormontherapien, sowie durch Stress oder bestimmte Medikamente wird die Vaginalschleimhaut dünner, weniger durchblutet und trockener. Der pH-Wert steigt an, die Schutzbarriere wird empfindlicher: Reizungen, Schmerzen und Infektanfälligkeit nehmen zu.
Typische Symptome:
Trockenheit
Brennen
Jucken
Mikrorisse
Schmerzen beim Sex
vermehrter Harndrang, häufigere Harnwegsinfekte
sehr empfindliche Schleimhaut
Ihre Behandlungsmöglichkeiten bei IntiMed
1. Vaginales Estriol (lokale Hormonersatztherapie)
Örtlich angewendetes Estriol (Zäpfchen, Tabletten, Creme) zählt zu den wirksamsten Optionen: Es verbessert Befeuchtung, Durchblutung und Widerstandsfähigkeit der Schleimhaut bei sehr geringer systemischer Aufnahme.
Hinweis: Bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs nur nach individueller Rücksprache mit dem onkologischen Team und vorsichtiger Nutzen-Risiko-Erwägung.
2. Fotona RenovaLase® – hormonfrei, schonend, evidenzbasiert
RenovaLase® nutzt einen nicht-ablativen Er:YAG-Laser. Ein schlankes, abgerundetes Handstück mit Einmal-Schutzaufsatz wird in die Scheide eingeführt. In kurzen, kontrollierten Pulsserien entsteht eine milde, gleichmäßige Wärme in der Schleimhaut. Diese Wärme stimuliert Mikrozirkulation, Fibroblasten und Kollagenneubildung.
Ergebnis: mehr Feuchtigkeit, bessere Elastizität und weniger Brennen/Schmerzen
Ablauf: ambulant, gut tolerierbar; Behandlungsdauer ca. 10–20 Minuten. Meist 2–3 Sitzungen im Abstand von 4–6 Wochen, Auffrischungen nach Bedarf.
Hormonfrei: Ideal, wenn Hormone nicht gewünscht oder nicht möglich sind, zum Beispiel nach Krebserkrankungen.
Nach der Sitzung: In der Regel ist man nach einer Lasersitzung sofort alltagstauglich. Für 48–72 Stunden bitte auf Geschlechtsverkehr, Tampons, Sauna, heiße Bäder und Schwimmbadbesuche verzichten. Ein vorübergehend vermehrter Ausfluss ist möglich und unbedenklich. Erste Verbesserungen zeigen sich oft innerhalb weniger Wochen und bauen sich über die Serie weiter auf.
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3. Hyaluronsäure-Injektion
Hyaluronsäure bindet Wasser und stabilisiert die extrazelluläre Matrix. Punktgenaue Injektionen im Bereich von Scheidenvorhof und Introitus verbessern Feuchtigkeit, Gleitfähigkeit und Gewebekomfort – besonders bei Mikrorissen und schmerzhaften Einrissen am Scheideneingang.
Wirkdauer: meist 6–12 Monate, Auffrischung möglich.
Nachsorge: 48–72 Stunden Schonung; Verzicht auf Geschlechtsverkehr, Tampons, Sauna- und Schwimmbadbesuche, intensiven Sport. Sanfte Intimhygiene, nicht übermäßig reiben. Leichte Schwellung, Rötung oder kleine Hämatome sind möglich und klingen in der Regel rasch ab. Kühlende Umschläge und Auflagen können die Schwellung reduzieren.
4. Peptid-Injektionen
Peptide sind kleine Eiweißbausteine, die unser Körper als Botenstoffe nutzt. Ein Peptidkomplex ist eine Kombination mehrerer dieser Botenstoffe. Wird der Komplex in kleinen Mengen in die Schleimhaut eingebracht, erhält das Gewebe ein klares Regenerationssignal: Die Durchblutung verbessert sich, die Bildung von Kollagen und Elastin wird unterstützt und die eigene Feuchtigkeitsproduktion (Hyaluron) angeregt.
Ergebnis: Die Schleimhaut wird robuster, geschmeidiger und besser befeuchtet – Brennen und Reizbarkeit nehmen ab, die Lubrikation nimmt zu.
Wirkdauer: erfahrungsgemäß mehrere Monate, häufig 4–9 Monate; Auffrischungen nach Bedarf.
Nachsorge: wie bei Hyaluronsäure – 48 bis 72 Stunden Ruhe (kein Geschlechtsverkehr, keine Tampons, keine Sauna/heiße Bäder/Schwimmbad, kein intensiver Sport), milde Hygiene, nicht reiben. Kurzzeitige Rötung, Druckgefühl oder punktuelle Hämatome sind möglich und klingen meist zügig ab.
Pflege, Alltag, Sexualität – was zusätzlich hilft
- Fettreiche Schutzpflege für die Vulva (z. B. Deumavan®) auftragen
- Hormonfreie Feuchtigkeitscremes oder Gele für den Alltag (z. B. Hydrosanta®)
- Vaginale Ovula mit Hyaluronsäure zur Schleimhautbefeuchtung
- Reibung reduzieren, pH-angepasste Produkte verwenden
- Gleitmittel beim Sex verwenden
Schmerzmanagement – damit Behandlungen kaum zu spüren sind
Vor Laser- und Injektionsbehandlungen tragen wir großflächig eine Anästhesiecreme auf das zu behandelnde Areal auf, so sind die Verfahren in der Regel schmerzarm und sehr gut tolerierbar.
Für wen welche Option?
Wenn Hormone gewünscht sind: lokales Estriol für raschen Schleimhautaufbau; je nach Befund RenovaLase® und/oder Hyaluron oder Peptidkomplex zur Gewebestärkung.
Wenn Hormone nicht möglich oder nicht gewünscht sind: RenovaLase® als hormonfreie Kerntherapie; ergänzend Hyaluronsäure und Peptidkomplexe.
Wiederkehrende Einrisse am Scheideneingang: zielgerichtete Hyaluron-Injektion am Introitus, bei Bedarf ergänzt durch Peptide oder RenovaLase®.
Ausgeprägte Trockenheit mit Beschwerden beim Sex: Kombination aus RenovaLase® plus Hyaluron oder Peptidkomplex und konsequenter Pflege.
Mein Fazit
Scheidentrockenheit ist kein Tabuthema, sondern ein reales Problem mit vielen Lösungsansätzen. Mit einem stimmigen Mix aus lokaler Hormontherapie, Fotona RenovaLase®, Hyaluronsäure und Peptidkomplexen bringen wir die Schleimhaut zurück in Balance – spürbar im Alltag und in der Sexualität.
Herzlich,
Dr. Maria Riedhart-Huter
Was sind die häufigsten Ursachen für Scheidentrockenheit?
Scheidentrockenheit entsteht oft durch sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren, nach Geburt und Stillzeit oder durch Antihormontherapien. Auch Stress, bestimmte Medikamente oder eine gestörte Intimflora können die Schleimhaut austrocknen.
Was muss ich vor der Behandlung beachten?
Akute Infektionen (Pilz, Bakterien, Herpes) sollten zuerst behandelt werden. Bitte informieren Sie uns über Medikamente, Allergien und onkologische Therapien, damit wir das Behandlungskonzept individuell auf Ihre Bedürfnisse anpassen können.
Kann ich Sexualität dann wieder schmerzfrei genießen?
Das ist das Ziel. Durch Schleimhautaufbau und Befeuchtung nimmt die Reizbarkeit ab, die Gleitfähigkeit steigt. Gleitgel und sanfte Hautpflegeroutinen unterstützen zusätzlich.
Welche Optionen gibt es in der Stillzeit?
Während des Stillens ist der Östrogenspiegel natürlicherweise niedrig (prolaktinbedingt). Die Schleimhaut wird dünner und produziert weniger Sekret – Trockenheit, Brennen und kleine Einrisse am Scheideneingang sind daher sehr häufig.
Wir starten bevorzugt hormonfrei und sanft:
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Pflege & Alltag: Deumavan® (fettreiche Schutzpflege), Hydrosanta® (hormonfreies Feuchtigkeitsgel), Hyaluron-Ovula.
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Gezielte Hilfe bei Einrissen am Introitus: Hyaluronsäure-Injektionen können Feuchtigkeit und Gewebekomfort verbessern (Wirkdauer meist 6–12 Monate).
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Schleimhautqualität & Elastizität: Fotona RenovaLase® (hormonfrei, wärmebasiert) – häufig 2–3 Sitzungen im Abstand von 4–6 Wochen, mit kurzer Schonzeit danach.
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Regeneration anstoßen: Peptid-Injektionen (Peptidkomplexe als „Botenstoffe“) – fördern Feuchtigkeit/Struktur, Effekt oft 4–9 Monate.
Mit welcher Ausfallzeit muss ich nach den Behandlungen rechnen?
Vaginales Estriol (lokale HRT):
Keine Ausfallzeit. Gelegentlich zu Beginn leichte Irritation möglich, meist vorübergehend.
RenovaLase®:
Sofort alltagstauglich. Für 48–72 Stunden bitte kein Geschlechtsverkehr, keine Tampons, keine Sauna/heiße Bäder/Schwimmbad. Vorübergehend mehr Ausfluss möglich.
Hyaluronsäure-Injektion (Introitus/Vorhof):
Sofort mobil. 48–72 Stunden Schonung wie oben. Lokal Rötung/Schwellung oder kleine Hämatome möglich, klingen meist rasch ab. Sanfte Intimhygiene, nicht reiben.
Peptid-Injektionen:
Sofort mobil. 48–72 Stunden Schonung wie bei Hyaluronsäure-Injektionen. Kurzzeitig Druckgefühl/Rötung möglich, rasches Abklingen.


