PCOS ganzheitlich gedacht – mein Konzept für Hormonbalance, Stoffwechsel und Lebensqualität
Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Stoffwechselstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Viele Patientinnen kommen zu mir mit unregelmäßigem Zyklus, unerfülltem Kinderwunsch, Gewichtszunahme, Hautproblemen oder Haarausfall und oft mit dem Gefühl, dass „etwas im Hormonsystem nicht stimmt“.
PCOS ist keine reine Zyklusstörung. Es handelt sich um eine komplexe Stoffwechsel- und Hormonregulationsstörung, bei der Insulinresistenz, ein Überschuss an Androgenen, chronische Entzündungsprozesse und metabolische Dysbalancen ineinandergreifen.
Typische Symptome sind:
unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung
Gewichtszunahme trotz Diät
Akne
vermehrter Haarwuchs
hormonell bedingter Haarausfall
unerfüllter Kinderwunsch
Deshalb braucht PCOS kein einzelnes Medikament, sondern ein strukturiertes, individuelles Konzept.
In meiner Praxis kombiniere ich Ernährung, moderne Stoffwechselmedizin, gezielte Supplementierung, Bewegung und bei Bedarf ästhetische Begleittherapie, damit sich Patientinnen auch trotz PCOS wieder wohl in ihrer Haut fühlen.
1. Ernährung bei PCOS – entzündungsarm und personalisiert
Mediterrane Basis
Ich empfehle meinen Patientinnen mit chronischen Entzündungsgeschehen gerne die mediterrane Ernährung, denn sie ist wissenschaftlich gut untersucht und zeigt positive Effekte auf Insulinsensitivität, Entzündungsmarker und Gewichtsregulation.
Im Mittelpunkt stehen:
viel Gemüse und Ballaststoffe
Hülsenfrüchte
hochwertiges Olivenöl
Omega-3-reiche Fette
Fisch statt rotem Fleisch
wenig Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel
Ziel ist ein stabiler Blutzucker und eine Reduktion hormoneller Dysbalancen.
Foodprint-Test – Ernährung nach deinem Körper
PCOS geht häufig mit einer stillen chronischen Entzündungsneigung einher. Mit dem Foodprint-Test analysieren wir individuelle Nahrungsmittelreaktionen. So erkennen wir, welche Lebensmittel im Körper entzündungsfördernd wirken könnten.
Statt pauschaler Verbote entsteht ein personalisierter Ernährungsplan. Das kann sich positiv auf Darmgesundheit, Hautbild, Energielevel und Stoffwechsel auswirken.
➝ lesen Sie mehr zu stillen Entzündungen und zum Foodprint Nahrungsmitteltest
2. Personalisierte Nahrungsergänzungsmittel – Novomedic Elements
Viele Frauen mit PCOS haben Mikronährstoffdefizite, etwa bei Vitamin D, B-Vitaminen, Magnesium oder Antioxidantien.
Mit dem Novomedic Speicheltest analysieren wir genetische Prädispositionen im Mikronährstoffstoffwechsel. Auf Basis dieser Auswertung können personalisierte Novomedic Elements milligrammgenau zusammengestellt werden.
Ziel ist:
Unterstützung der mitochondrialen Funktion
Reduktion oxidativen Stresses
Stabilisierung des Hormonstoffwechsels
Unterstützung der Eizellqualität
Nicht möglichst viele Supplements, sondern die richtigen – individuell abgestimmt.
Zusätzlich empfehle ich bei PCOS häufig Myo-Inositol in Kombination mit D-Chiro-Inositol im Verhältnis 40:1 zur Unterstützung der Insulinsensitivität.
➝ lesen Sie mehr zu Mikronährstofftests
3. Bewegung – der unabdingbare Therapiebaustein
Muskelmasse verbessert nachhaltig die Insulinsensitivität. Eine moderate Bewegungseinheit nach dem Essen kann besonders wirksam sein, da dadurch das Auftreten von Glukosespitzen verringert werden kann.
Empfehlenswert sind:
zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining
moderates Ausdauertraining
regelmäßige Alltagsbewegung (10.000 Schritte täglich)
Schon moderate Veränderungen können den Hormonhaushalt positiv beeinflussen.
4. Verhütung bei PCOS – therapeutisch sinnvoll einsetzen
Bei PCOS spielt die Wahl der Verhütung nicht nur zur Schwangerschaftsverhütung eine Rolle, sondern auch therapeutisch.
Kombinierte orale Kontrazeptiva („Pille“)
Eine kombinierte Pille kann helfen, den Zyklus zu regulieren und den Androgeneffekt auf Haut und Haar zu reduzieren. Wichtig zu verstehen ist: Wir können keine „männlichen Hormone wegnehmen“, aber wir können durch die Gabe „weiblicher“ Hormone deren Wirkung abschwächen und die Androgenproduktion indirekt senken. Viele Patientinnen profitieren dadurch von einer Verbesserung von Akne und Hirsutismus.
Hormonspirale
Bei PCOS treten häufig sehr starke oder schmerzhafte Blutungen auf, besonders bei längeren Zyklusintervallen. Eine Hormonspirale kann die Gebärmutterschleimhaut deutlich reduzieren, sodass Blutungen schwächer werden oder ganz ausbleiben. Gleichzeitig schützt sie die Gebärmutterschleimhaut vor übermäßiger Verdickung, die bei seltenen Zyklen entstehen kann.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt von den individuellen Beschwerden, dem Kinderwunsch und dem metabolischen Profil ab.
➞ Lesen Sie mehr zur Hormonspirale
5. Stoffwechselmedizin – individuell begleitet
Bei PCOS spielt das Körpergewicht eine zentrale Rolle, jedoch nicht im Sinne eines Schönheitsideals, sondern aus hormoneller Sicht. Studien zeigen, dass bereits eine moderate Gewichtsreduktion von etwa 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts die Insulinsensitivität deutlich verbessern und die Wahrscheinlichkeit für eine regelmäßige Ovulation erhöhen kann. Schon kleine Veränderungen können somit große Auswirkungen auf Zyklus, Hormonbalance und Kinderwunsch haben.
Genau hier setzt die stoffwechselmedizinische Begleitung an: Ziel ist es nicht, kurzfristig Gewicht zu verlieren, sondern den Stoffwechsel nachhaltig zu stabilisieren und hormonelle Prozesse positiv zu beeinflussen.
HCG-Stoffwechselphase
In ausgewählten Fällen kann eine ärztlich begleitete HCG-Stoffwechselphase als Initialimpuls sinnvoll sein. Sie dient als metabolischer Neustart, nicht als Dauerlösung.
Ziel ist die Mobilisierung von Fettreserven und eine Verbesserung der Insulinresistenz.
➞ Lesen Sie mehr zur HCG-Diät
GLP-1-Therapie
GLP-1-Analoga sind vielen als sogenannte Abnehmspritze bekannt und haben in den Medien teils einen kontroversen Ruf. In der Off-Label-Anwendung bei PCOS nehmen sie jedoch eine zunehmend wichtige Rolle ein, da sie die Insulinsensitivität verbessern, das Hungergefühl regulieren und damit gezielt in einen zentralen Mechanismus der Erkrankung eingreifen.
GLP-1-Analoga unterstützen:
Appetitregulation
verzögerte Magenentleerung
verbesserte Insulinwirkung
nachhaltige Gewichtsreduktion
Gerade bei ausgeprägter Insulinresistenz kann diese moderne Therapie sehr hilfreich sein.
➞ lesen Sie mehr zu meinem Konzept für nachhaltigen Gewichtsverlust
Metformin
Metformin ist ein seit vielen Jahren bewährtes Medikament aus der Diabetologie und gehört zu den klassischen Therapieoptionen bei PCOS. Es verbessert die Insulinsensitivität, senkt erhöhte Insulinspiegel und kann dadurch die übermäßige Androgenproduktion reduzieren. Viele Patientinnen berichten unter Metformin über eine stabilere Zyklusregulation und eine bessere Stoffwechselkontrolle.
Welche Therapie sinnvoll ist, entscheiden wir individuell.
6. Haut, Haare und Selbstbild
PCOS betrifft nicht nur den Stoffwechsel und die Hormonbalance – die Veränderungen zeigen sich häufig auch sichtbar an Haut und Haaren. Gerade diese äußeren Symptome können das Selbstwertgefühl stark beeinflussen und verdienen deshalb ebenso viel Aufmerksamkeit.
Hirsutismus – Diolaze XL
Hirsutismus bezeichnet einen verstärkten, meist dunklen und kräftigen Haarwuchs an Körperstellen, an denen Frauen normalerweise nur feine, helle Haare haben – zum Beispiel im Gesicht, am Hals, an der Brust, am Bauch oder am Rücken.
Der Diolaze XL Diodenlaser ermöglicht eine dauerhafte Haarreduktion über mehrere Jahre. Die integrierte Kühlung sorgt für gute Verträglichkeit und eine beinahe schmerzfreie Behandlung.
➞ Lesen Sie mehr zur Laserhaarentfernung
Akne – Skymedic LED-Lichttherapie
Die photodynamische LED-Therapie nutzt gezielte Lichtwellenlängen, um entzündliche Prozesse in der Haut zu regulieren. Blaues Licht wirkt antibakteriell gegen akneverursachende Keime, rotes Licht beruhigt Entzündungen und unterstützt die Regeneration. Gleichzeitig kann die Talgproduktion reguliert und das Hautbild insgesamt verfeinert werden.
Die Behandlung wird mit speziell abgestimmten Wirkstoffen kombiniert, die vor der Lichttherapie auf die Haut aufgetragen werden. Durch das Licht werden diese Wirkstoffe optimal aktiviert und können ihre Wirkung noch gezielter entfalten.
Die Therapie ist schmerzfrei, nicht invasiv und eignet sich ideal bei PCOS-bedingter Akne.
Zusätzlich beraten wir Sie gerne individuell zur passenden Hautpflege bei Akneneigung, denn auch die richtige Heimpflege spielt eine entscheidende Rolle für ein langfristig stabiles Hautbild.
➞ Lesen Sie mehr zur photodynamischen Therapie
Haarausfall – Sylfirm X und Exosomen
Hormonell bedingter Haarausfall ist bei PCOS keine Seltenheit. Ursache ist meist der erhöhte Androgenspiegel, der die Haarwurzel verkleinern und den Wachstumszyklus verkürzen kann. Das Haar wird feiner, wächst langsamer nach oder fällt vermehrt aus.
Mit Sylfirm X, einem modernen Radiofrequenz-Microneedling-System, setzen wir gezielt Impulse in der Kopfhaut. Feine Nadeln geben kontrollierte Radiofrequenzenergie in die Tiefe ab. Dadurch wird die Mikrozirkulation verbessert, entzündliche Prozesse können reduziert und Reparaturmechanismen aktiviert werden. Die Haarfollikel werden besser durchblutet und stimuliert – ein wichtiger Impuls für geschwächte Haarwurzeln.
In Kombination mit Exosomen – hochkonzentrierten biologischen Signalstoffen – unterstützen wir zusätzlich die Zellkommunikation. Exosomen enthalten Wachstumsfaktoren und regenerative Botenstoffe, die die Haarmatrix aktivieren und den Haarwachstumszyklus positiv beeinflussen können.
Die Behandlung ist minimalinvasiv, gut verträglich und erfordert in der Regel mehrere Sitzungen, um eine sichtbare Verdichtung und Stabilisierung des Haarwachstums zu erreichen.
➞ Lesen Sie mehr zur Haarausfallbehandlung mit dem Sylfirm X und zum Einsatz von Exosomen
Spironolacton – gezielte Androgenblockade
Bei ausgeprägtem Hirsutismus, therapieresistenter Akne oder hormonell bedingtem Haarausfall kann Spironolacton eine sinnvolle Ergänzung sein. Das Medikament wird ursprünglich als entwässerndes Mittel eingesetzt, wirkt in niedriger Dosierung jedoch antiandrogen. Es blockiert die Wirkung männlicher Hormone an Haarwurzel und Talgdrüsen und kann dadurch übermäßigen Haarwuchs reduzieren, das Hautbild verbessern und androgenbedingten Haarausfall stabilisieren.
In der Behandlung des PCOS erfolgt die Anwendung off-label, also außerhalb der ursprünglich zugelassenen Indikation, jedoch auf Basis langjähriger klinischer Erfahrung und guter Datenlage.
Wichtig ist eine zuverlässige Verhütung während der Einnahme, da Spironolacton in der Schwangerschaft kontraindiziert ist. Zudem erfolgen regelmäßige Blutabnahmen.
7. Zellschutz – Cinderella-Infusion
Die Cinderella-Infusion kombiniert hochdosiertes Vitamin C, Glutathion und Alpha-Liponsäure. Diese drei Wirkstoffe wirken stark antioxidativ und unterstützen den Körper dabei, freie Radikale zu neutralisieren – also die aggressiven Moleküle, die bei chronischen Entzündungsprozessen und oxidativem Stress vermehrt entstehen können.
Vitamin C stärkt das Immunsystem und unterstützt die Kollagenbildung, Glutathion gilt als eines der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien und spielt eine zentrale Rolle in der Entgiftung, während Alpha-Liponsäure die Zellenergieproduktion in den Mitochondrien unterstützt.
Gerade bei PCOS, wo häufig eine stille Entzündungsneigung besteht, kann diese Infusion ergänzend sinnvoll sein. Sie ersetzt keine Basistherapie, kann jedoch zellschützend wirken, das Energielevel unterstützen und das Gesamtkonzept abrunden.
➞ Lesen Sie mehr zu unseren Vitalstoffinfusionen
Mein Fazit
PCOS ist komplex – aber behandelbar.
Die Kombination aus:
mediterraner Ernährung
Foodprint-Test
Novomedic Elements
gezielter Bewegung
moderner Stoffwechselmedizin
Laser- und Lichttherapie
regenerativen Verfahren
ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung von Stoffwechsel, Hormonbalance und Lebensqualität.
PCOS bedeutet nicht, dass Sie Ihrem Körper ausgeliefert sind.
Mit einem strukturierten, individuellen Konzept lässt sich sehr viel positiv verändern.
Herzlich,
Ihre Dr. Maria Riedhart-Huter
Ist PCOS heilbar?
PCOS ist nicht im klassischen Sinn „heilbar“, aber sehr gut behandelbar.
Mit einem ganzheitlichen Konzept aus Ernährung, Bewegung, Stoffwechseloptimierung und – wenn notwendig – medikamentöser Unterstützung lassen sich Symptome deutlich verbessern und Zyklen oft regulieren.
Warum spielt Insulin bei PCOS eine so große Rolle?
Insulin beeinflusst direkt die Androgenproduktion in den Eierstöcken.
Hohe Insulinspiegel fördern:
Testosteronanstieg
Zyklusstörungen
Akne
Hirsutismus
Gewichtszunahme
Deshalb ist die Verbesserung der Insulinsensitivität ein zentraler Therapieansatz.
Kann ich mit PCOS schwanger werden?
Ja – ich habe bereits sehr viele Patientinnen mit PCOS durch die Schwangerschaft begleitet.
Wichtig sind:
Zyklusmonitoring
Stoffwechseloptimierung
ggf. Ovulationsinduktion
hormonelle Diagnostik
Was ist der Unterschied zwischen Metformin und GLP-1?
Metformin verbessert primär die Insulinsensitivität.
GLP-1-Analoga regulieren zusätzlich:
Appetit
Magenentleerung
Blutzuckerspiegel
GLP-1 wird häufig bei stärkerem Übergewicht oder ausgeprägter Insulinresistenz eingesetzt.


