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  • by Maria Riedhart-Huter
  • 22. November 2021
  • 31

Mehr Fehl- und Totgeburten, häufigere Schwangerschaftsvergiftungen und öfter Diabetes, das ist die Conclusio von mehreren wissenschaftliche Studien, die sich mit dem Thema Schwangerschaft und Covid beschäftigt haben. Warum das so ist, hat jetzt ein Schweizer Forscher-Team herausgefunden…

Zumindest konnte das Team um Marco Alves vom Institut f√ľr Virologie und Immunologie IVI in Bern herausfinden, dass Covid-Viren auch die Plazenta von schwangeren Frauen infizieren und sich dort vermehren k√∂nnen. In einer Meta-Studie der Universit√§t Montreal, in der die Daten von ¬†438.548 Schwangeren, von denen 7.569 mit SARS-CoV-2 infiziert waren, analysiert wurden, konnte ein deutlich erh√∂htes Risiko f√ľr Fehl- und Fr√ľhgeburten, aber auch f√ľr das Auftreten von Schwangerschaftsvergiftungen und Diabetes festgestellt werden. Je schwerer dabei der Erkrankungsverlauf der werdenden Mutter sich gestaltete, desto gravierender waren auch die Folgen f√ľr das Ungeborene. Die Besiedelung der Plazenta mit Covidviren f√ľhrt offenbar zu massiven Funktionsst√∂rungen der Plazenta, mit unmittelbaren Folgen f√ľr das ungeborene Baby.

Schwangere stecken sich häufiger mit Covid an

Schwangere Frauen stecken sich nicht nur um 70 Prozent h√§ufiger mit Covid an, sondern sind auch deutlich √∂fter von einem schweren Covidverlauf betroffen als nicht schwangere Frauen in der gleichen Altersgruppe. Die Gefahr von Schwangeren wegen einer Covid-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden zu m√ľssen liegt, mit f√ľnf bis zehn Prozent sehr hoch. Auch nach der Geburt m√ľssen Babys von infizierten M√ľttern deutlich h√§ufiger intensivmedizinisch behandelt werden. Ursache daf√ľr ist, dass das Immunsystem von werdenden M√ľttern generell nur ged√§mpft agiert. Diese von der Natur eingebaute Sicherheitsschranke verhindert, dass das Immunsystem der Mutter das Ungeborene attackiert, weil dieses ja, f√ľr den K√∂rper der Frau, √ľber fremde Zellen verf√ľgt. Genau dieser Mechanismus macht Schwangere aber anf√§lliger f√ľr Infektionen.

Impfen wegen der Schwangerschaft

Alle diese Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass sich werdende M√ľtter, oder noch besser Frauen mit Kinderwunsch effektiv gegen eine Infektion mit Covid sch√ľtzen. W√§hrend Covidviren in die Plazenta √ľbertreten, kann die mRNA aus dem Impfstoff die Plazentaschranke nicht √ľberwinden. Bildet das Immunsystem der Mutter nach der Impfung aber Antik√∂rper, gehen diese auf das Baby √ľber und sch√ľtzen es √ľber die Geburt hinaus.

Mittlerweile ist die Covid-Impfung schon millionenfach an schwangere Frauen verabreicht und durch Studien begleitet worden und es konnte keine erh√∂hte Fr√ľh- oder Fehlgeburtlichkeit festgestellt werden. Die Nationale Impfkommission empfiehlt die Covid-Impfung mit einem mRNA Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Sollten Frauen aber, in Unkenntnis ihrer anderen Umst√§nde, in der Fr√ľhschwangerschaft geimpft haben, ist das √ľberhaupt kein Problem, denn bei der Empfehlung f√ľr das zweite Trimester handelt es sich um eine reine Vorsichtsma√ünahme. Dass die Covidimpfung unfruchtbar macht, wie es in den sozialen Medien immer wieder geschrieben wird, ist ebenfalls schon mehrmals wissenschaftlich widerlegt worden. Die nach der Impfung gebildeten Covid-Antik√∂rper greifen in keiner Weise in die Entwicklung der Plazenta ein. Mittlerweile betreue ich auch schon viele Frauen, die nach ihrer Covidimpfung schwanger geworden sind. Wie bei allen Impfungen ist es aber m√∂glich, dass es anschlie√üend kurzfristig zu Zyklusst√∂rungen kommt.

Ich empfehle daher allen meinen schwangeren Patientinnen und allen mit Kinderwunsch, sich dringend gegen Covid impfen zu lassen ‚Äď zum eigenen und zum Schutz ihres (zuk√ľnftigen) Babys!