Spiraleinlage – Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge

Du hast bald einen Termin zur Spiraleinlage? Keine Sorge – in diesem Artikel erfährst du genau, wie der Ablauf aussieht. Von der Terminplanung über die Vorbereitung zu Hause bis hin zur Einlage in der Praxis: Alles wird dir ruhig und verständlich erklärt. So weißt du, was auf dich zukommt – und kannst entspannt in den Termin gehen

Was erwartet dich bei einer Spiraleinlage?

Du hast dich für eine sichere Langzeitverhütung mit Kupferspirale, Kupferkette oder Hormonspirale entschieden und dein Termin steht bevor? Hier findest du den genauen Ablauf – so kommst du entspannt und gut vorbereitet zu uns. Natürlich erkläre ich dir auch während der Einlage jeden Schritt.

Terminplanung – der beste Zeitpunkt

Bei regelmäßigem Zyklus planen wir die Einlage während der Periode. Der Muttermund ist dann natürlicherweise etwas geöffnet und die Einlage fällt meist leichter.

Bei unregelmäßigem Zyklus, unter hormoneller Verhütung oder als Notfallverhütung kann die Spirale auch ohne Blutung sehr gut eingesetzt werden. Wir besprechen im Vorfeld, was für dich passt.

Deine Vorbereitung zu Hause

  • Am Vorabend
    • Du erhältst von meinem Team ein Vaginalzäpfchen, das du abends einführst. Es dient der sanften Desinfektion vor dem Eingriff.
 
  • Am Morgen des Termins
    • Du nimmst zwei Tabletten, die du unter die Zunge legst oder in die Wangentasche gibst. Der Wirkstoff macht den Muttermund weich und dehnbar.
      Mögliche Nebenwirkungen: krampfartige Bauchschmerzen oder Durchfall – beides ist nicht gefährlich und klingt wieder ab.
    • Bitte frühstücke gut. Ein stabiler Kreislauf macht den Termin angenehmer.
    • Eine Schmerztablette vorab ist sinnvoll. 

Ankommen in der Praxis

  • Meine Assistentinnen begrüßen dich, klären die Formalitäten und geben dir einen Aufklärungsbogen zum Durchlesen und Unterschreiben.
  • Du gibst eine Urinprobe ab, damit wir einen Harnwegsinfekt ausschließen können.
  • Danach nimmst du im Wartezimmer Platz, bis du aufgerufen wirst.

Kurz vor der Einlage

Wir besprechen noch einmal:

 

  • Art der Verhütung: Kupfer oder Hormon
  • Modell und Liegedauer
  • Ob du eine sanfte Analgesie mit Lachgas wünscht
  • Risiken und Nebenwirkungen laut Aufklärungsbogen
  • Deine Fragen

Wenn alles klar ist, geht es los.

Die Einlage – Schritt für Schritt 

1) Vorbereitung am Behandlungsstuhl

  • Bequeme Lagerung, ruhiges Atemtempo – ich begleite dich durch jeden Schritt.
  • Ein Spekulum wird vorsichtig eingeführt, damit der Muttermund gut sichtbar ist.
  • Desinfektion von Scheide und Muttermund (fühlt sich kühl an).
  • Auf Wunsch: Schmerzlinderung durch Lachgas.

2) Stabilisieren & Messen

  • Mit einer kleinen Haltezange stabilisiere ich vorsichtig den Muttermund.
  • Eine feine Messsonde bestimmt die Länge und Richtung der Gebärmutter (wichtig für die korrekte Platzierung).

    Das kann kurz ein Regelschmerz-ähnliches Ziehen auslösen – ich sage vorher Bescheid und wir atmen gemeinsam.

3) Einsetzen des gewählten Systems

Je nach Produkt gibt es kleine Unterschiede – die Einführphase dauert in der Regel nur wenige Sekunden:

 

  • Hormonspirale / klassische Kupferspirale:
    Die Spirale liegt in einem dünnen, flexiblen Einführröhrchen. Ich führe es vorsichtig bis zum oberen Gebärmutterbereich (Fundus) ein, öffne die Ärmchen, ziehe das Röhrchen zurück und kürze die Fäden auf ca. 2–3 cm.

     

  • Kupferkette (GyneFix®):
    Die Kette wird über ein dünnes Führungsinstrument am oberen Gebärmutterpol verankert. Du spürst dabei oft ein kurzes, intensives Ziehen, das rasch abklingt. Anschließend werden auch bei der Kupferkette die Fäden gekürzt.

4) Kontrolle & Abschluss

  • Fädencheck: Ich erkläre dir, wie sich die Fäden anfühlen, damit du sie auch regelmäßig selbst tasten kannst, um den Sitz zu prüfen.
  • Du ruhst dich noch einen Moment aus, damit dein Kreislauf stabil bleibt.
Insgesamt dauert die Einlage meist nur wenige Minuten. Kurzzeitige Krämpfe sind normal und klingen gewöhnlich rasch ab.

Direkt nach der Einlage

  • Leichte Krämpfe oder Schmierblutungen in den nächsten Tagen sind häufig. Wärme (Wärmflasche) und eine Schmerztablette, sowie ein entkrampfender Wirkstoff (z.B. Buscopan®) helfen.

     

  • Für 72 Stunden bitte: kein Geschlechtsverkehr, keine Tampons/Menstruationstassen, keine Sauna/heißen Bäder/Schwimmbad, kein intensiver Sport.

Ab wann schützt die Spirale?

  • Kupferspirale: sofort wirksam - daher auch als Notfallverhütung möglich.

     

  • Kupferkette: Auch die Kupferkette ist sofort wirksam, ich empfehle meinen Patientinnen aber immer, bis zur ersten Lagekontrolle nach 6-8 Wochen zusätzlich mit Kondom zu verhüten, da das Kettchen erst in das Gebärmutterdach einwachsen muss. 
    
  • Hormonspirale: sofort wirksam, wenn die Einlage innerhalb der ersten 7 Zyklustage erfolgt. Ansonsten bitte 7 Tage zusätzlich verhüten.

Kontrollen

  • Erste Kontrolle nach 6-8 Wochen (inkl. Ultraschall),
  • danach jährlich oder bei Bedarf (z.B. nach MRT-Untersuchungen).

Bitte melde dich sofort, wenn …

starke, anhaltende Schmerzen, Fieber oder ungewohnt übelriechender Ausfluss auftreten.

•du das Gefühl hast, die Spirale ist verrutscht oder sitzt nicht richtig.

•die Fäden plötzlich nicht mehr tastbar sind.

•es zu sehr starken Blutungen kommt.

Bei Fragen und Unsicherheiten sind wir gerne für dich da! 

Herzlich,

Dr. Maria Riedhart-Huter

Ist die Einlage sehr schmerzhaft?
Kurzzeitige, regelschmerz-ähnliche Krämpfe sind normal – besonders beim Messen der Gebärmutter und beim Einsetzen der Spirale. Mit der vorab eingenommenen Vorbereitung, einem guten Frühstück, Schmerztablette und auf Wunsch leichter Sedierung durch Lachgas ist die Einlage für die meisten gut machbar.
Der eigentliche Einsetzvorgang dauert meist nur wenige Minuten. Mit Vorbereitung, Aufklärung und kurzer Ruhepause planen wir ca. 20 Minuten ein.
  • Hormonspirale: Blutungen werden oft deutlich schwächer, können unregelmäßig sein oder ausbleiben.
 
  • Kupfer (Spirale/Kette): Anfangs sind die Blutungen häufig stärker/länger oder krampfbetonter; meist beruhigt sich das nach einigen Zyklen.

 

Je nach Modell 3–8 Jahre. Wir besprechen die genaue Liegedauer beim Termin.

Selten – am ehesten in den ersten Wochen, daher kontrollieren wir den Sitz nach 6-8 Wochen nochmals per Ultraschall. Zeichen können ungewohnte Schmerzen, sehr starke Blutungen oder Fäden, die plötzlich länger/kürzer erscheinen, sein.

Wir können die Fäden anpassen; bitte einfach Bescheid sagen.Ich lasse die Fäden in der Regel gerne etwas länger, da kurze Fäden eher "pieksen".

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