• Kategorie 7
  • by Maria Riedhart-Huter
  • 15. September 2021
  • 8

Der Dammschnitt ist der häufigste geburtsmedizinische Eingriff überhaupt. Aber auch von medizinischen Interventionen abgesehen, kommt es bei den meisten Geburten zu kleineren oder größeren Damrissen oder Verletzungen des Intimbereichs, die überwiegend sehr gut ausheilen. Manchmal ist das aber nicht der Fall und es entstehen wulstige, unschöne Narben, die beim zB. beim Fahrradfahren oder beim Sex stören. Auch die Kontinenz kann durch alte Geburtsverletzungen beeinträchtigt sein. Ich möchte alle Frauen an dieser Stelle ermutigen, diese Einschränkungen nicht still zu ertragen, sondern sich einer auf Intimmedizin spezialisierten Frauenärztin anzuvertrauen, denn es gibt heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten für diese Beschwerden.

Eine Geburt ist immer ein enormer Kraftakt für die werdende Mutter und geht leider häufig mit Geburtsverletzungen wie Dammrissen oder Schürfungen einher. Manchmal entscheidet sich der/die GeburtshelferIn auch für einen Dammschnitt (Episiotomie), zB wenn das Baby schnell zur Welt kommen muss. Nach der Geburt werden die Dammrisse und Dammschnitte versorgt, größere müssen genäht werden. Große Verletzungen wie Scheiden- oder Muttermundrisse werden unter Vollnarkose operiert und brauchen deutlich länger zum Heilen als einfache Dammrisse.

Wie gut eine Dammverletzung abheilt hängt einerseits von der Erfahrung des/der versorgenden Geburtshelfers/helferin ab und andererseits vom individuellen Heilungsprozess. Nach ca. sechs Wochen sollten Dammrisse und -schnitte aber keine Probleme mehr bereiten. Falls doch, lohnt sich ein Besuch bei einer auf Intimmedizin spezialisierten Frauenärztin.

Schmerzen beim Sex, beim Radfahren oder Sitzen

Manchmal bildet sich nach einem Dammschnitt oder Dammriss eine wulstige, harte und berührungsempfindliche Narbe. Mitunter übt sie auch Zug auf das umliegende Gewebe aus. Es kann sich auch genau am Scheideneingang ein störende Narbe bilden und hin und wieder beeinträchtigt auch einfach die Optik einer hässlichen Narbe. Es braucht keine Phantasie, um sich vorzustellen, dass Sex, Radfahren und vielleicht auch nur längeres Sitzen damit kein Vergnügen mehr darstellt. Trotzdem halten Frauen viel zu lange durch, bevor sie Hilfe suchen.

Überwindet eine Patientin ihre Scheu und kommt damit zu mir in meine Ordination, versuche ich erst einmal herauszufinden, worin genau ihre Probleme bestehen. Nach einer anschließenden Untersuchung habe ich meist ein klares Bild von der Ursache. Daraus ergeben sich dann die nachfolgenden Therapiemöglichkeiten, die wir gemeinsam besprechen. Eine schlecht versorgte Dammschnitt- oder Dammriss-Narbe wird immer wieder Probleme bereiten, in dem Fall empfehle ich, die Operation besser zu wiederholen. Manchmal kann man aber auch mit dem gynäkologischen Laser die Bildung von frischem, neuen Gewebe anregen und die Probleme so beseitigen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Therapie mit PRP (Plateled Rich Plasma) aus Eigenblut dar, um Narbengewebe zu verbessern. Den Behandlungsplan stelle ich gemeinsam mit meiner Patientin zusammen, alle Operationen und Therapien kann ich ambulant und schmerzfrei in meiner Ordination durchführen.

Inkontinenzprobleme nach der Geburt

Kaum eine Frau spricht freiwillig darüber, oft erfahre ich erst auf Nachfrage, dass Probleme mit der Kontinenz bestehen. Speziell beim Niesen oder Lachen kommt es zum unfreiwilligen Harnverlust. Ursache dafür ist eine Überlastung des Beckenbodens durch die Schwangerschaft und/oder während der Geburt, vor allem lange Pressphasen schaden dem Beckenboden. Auch größere Dammrisse, die bis zum Anus reichen,  können die Kontinenz beeinträchtigen. Hier steht mir mit dem gynäkologischem Laser, kombiniert mit der Radiofrequenztherapie eine wirksame und schmerzlose Behandlung zur Verfügung, um die Bildung von neuen Collagenfasern in der Scheide anzuregen, wodurch sich automatisch eine Hebung und Stabilisierung der Harnröhre ergibt. In drei Sitzungen kann ich rund 70 Prozent der Frauen von ihren diesbezüglichen Problemen befreien. Positiver Nebeneffekt: Durch die vom Laser angeregte Neubildung von Vaginalschleimhaut verbessert sich auch die Durchfeuchtung der Scheide.

Störende Kaiserschnittnarben richtig behandeln

Die meisten Kaiserschnittnarben verheilen problemlos und optisch unauffällig. Nach ein paar Monaten sind sie nur mehr als dünner weißer Strich erkennbar. Manche Frauen neigen aber zu überschießender Narbenbildung. In diesem Fall kann auch die Kaiserschnittnarbe rot und wulstig werden und bis zu einem Zentimeter erhaben sein. Diese Narbe ist  dann nicht nur deutlich sichtbar, oft geht sie auch noch mit Missempfindungen, Juckreiz und Schmerzen einher, außerdem kann sie an der Kleidung scheuern.

Für die Behandlung solcher Narben gibt es kein Patentrezept, aber mehrere vielversprechende Therapiemöglichkeiten. Sectionarben kann ich mit dem Laser behandeln, oder mittels flüssigem Stickstoff glätten. Sehr vielversprechend ist außerdem die Behandlung mit zentrifugiertem Eigenblut (PRP), wodurch es gelingt, das harte Narbengewebe sukzessive wieder in normale Haut umzuwandeln. Bei eingezogenen Narben können Unterspritzungen helfen, manchmal ist eine kleine operative Korrektur die beste Lösung. Fractora bezeichnet eine Kombination aus Radiofrequenz und Microneedling, wodurch die Bildung von neuen Kollagenfasern angeregt wird. Durch diese Therapien bzw. eine Kombination daraus, kann man bei allen Narben sehr schöne Ergebnisse erzielen.

Sämtliche der genannten Behandlungen kann ich ambulant und schmerzfrei in meiner Ordination durchführen.

Keine Frau muss heute mehr die unangenehmen Folgen von Geburtsverletzungen ertragen. Es gibt gegen alle diese Probleme eine wirksame Behandlung. Wer die Scheu überwindet und einen Termin in einer spezialisierten Praxis vereinbart, hat den ersten Schritt auf dem Weg zu einem besseren Körpergefühl schon gemacht…